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Was ist eine Myzelurne und woraus besteht sie? (Spoiler: Pilz und Hanf)

8. Okt.
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Okt.


Eine Myzelurne ist eine Urne, die nicht produziert wird, sondern wächst.

Evig by formorgen, unsere Urne, besteht aus Myzel, dem wurzelähnlichen Geflecht von Pilzen. In Kombination mit regionalen, nachwachsenden Faserpflanzen wie Hanf (mehr zum Material), Reststoffen aus der Landwirtschaft, wächst das Myzel zu einer einzigartigen Form – Evig. Ihre natürliche Beschaffenheit verleiht unseren Produkten nicht nur eine sanfte, organische Haptik, sondern auch eine stille, greifbare Verbindung zur Natur.


→ Hier könnt ihr sehen, wie der Wachstumsprozess aussieht und wie eine Urne aus Pilzmyzel entsteht: ZDF-Video: Urne aus Pilzen


Evig Urne mit Ablasskordel bei einer Beisetzung

Materialien aus der Natur

Das Besondere: Myzel ist kein starres Material, sondern ein lebendiges Netzwerk. Unter den richtigen Bedingungen durchzieht es das "Substrat", verbindet es dauerhaft und wächst zu einer stabilen, leichten und gleichzeitig widerstandsfähigen Struktur heran. In diesem Prozess braucht es keine Chemie, keinen Kleber, keine künstlichen Zusätze. Das Pilzmyzel wächst einfach um die Hanfschäben herum.


Genauer gesagt arbeiten dort die feinen Hyphen. Mehrere Hyphen, unfassbar feine Härchen, bilden das Myzel, das man metaphorisch als ein wurzelähnliches Geflecht beschreiben kann. Dieses Myzel verbindet in der Natur ganze Welten. Insbesondere als Mykorrhiza verbinden Myzelien ganze Wälder, treiben den Austausch von Baum zu Baum voran und verknüpfen Wurzelsysteme miteinander, um Rohstoffe von A nach B zu „liefern".


Wir sagen, dass wir alles, was wir bei formorgen machen, aus Pilzen machen. Und das stimmt auch so. Bloß meinen wir mit Pilz nicht den Speisepilz, wie wir ihn normalerweise kennen – als Champignon oder Pfifferling. Wir meinen den Rest des Lebewesens, der einen Großteil des Pilzes ausmacht: das Myzel, das oft unterirdisch wächst.


Myzel als Verbundstoff

Bei uns in der Produktion arbeiten wir mit Myzel als Verbundstoff. Die Hyphen bzw. das Myzel durchwachsen ein Substrat, von dem sie sich ernähren: die Hanfschäben. Es müssten dabei nicht zwangsweise Hanfschäben sein – es können grundsätzlich alle Rohstoffe sein, in denen der Pilz Nährstoffe findet.

Wir verwenden Hanfschäben, da sie in Deutschland als Reststoffe der Hanffaserproduktion übrig bleiben, und geben ihnen so einen neuen Mehrwert.


  • Pilzmyzel im Labor
  • Hanfschäben in Hand
  • Pilzmaterialien, Myzelmaterial nach Wachstum


Eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit: Hanf

Hanf zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wurde über Jahrhunderte hinweg vielfältig genutzt – von Textilien über Papier bis hin zu Baumaterialien. Doch im 20. Jahrhundert verschwand er fast vollständig aus dem Alltag: Wirtschaftliche Interessen und politische Kampagnen führten dazu, dass Hanf im Zuge der weltweiten Drogenprohibition pauschal mit Rauschmitteln gleichgesetzt und verboten wurde – obwohl die Pflanze selbst keine berauschende Wirkung hat. Heute erlebt Hanf sein verdientes Comeback, denn kaum ein Rohstoff ist so vielseitig und robust.


Für unsere Myzelurne verwenden wir ausschließlich Reststoffe aus der Hanfverarbeitung – ein bewusster Schritt, um Ressourcen zu schonen und Kreisläufe zu schließen. Hanf wächst schnell und bindet beim Wachstum CO₂ – ein Rohstoff, der die Zukunft und insbesondere die Bestattungsbranche ganzheitlicher gestalten kann.

Das Pilzgeflecht wächst dann innerhalb von 5–7 Tagen durch das Hanfsubstrat und verbindet die einzelnen Hanfschäben miteinander zu einer Myzelurne. So wird aus einzelnen Fasern ein festes Material, das in eine Form hineinwächst. Pilzmyzel fungiert also als Verbundstoff und kann so verschiedenste Formen entstehen lassen.

Mehr zum Material findet ihr hier.


Ernte Hanffasern und Reststoff Hanfschäben
Hanfernte


Formbau

Man kann sich die Formbarkeit von Myzelmaterialien ähnlich wie einen Kuchen vorstellen: Wir vermengen Mehl (Substrat: Hanf) und Ei (Myzel) zu einem Teig und füllen ihn in unsere Backform (z. B. die Urnenform). Dort lassen wir ihn „backen" – 5–7 Tage wachsen – und entformen ihn anschließend.

Das Material wird am Ende noch einmal vollständig dehydriert, sodass das Pilzwachstum gestoppt ist und die Myzelurne fertig gewachsen ist.


Nahaufnahme der samtig weichen Oberfläche der Evig-Urne

Wir verstehen uns im gesamten Prozess nicht als Produzierende, sondern als Wegbegleiter, die dem Pilz das Wachstum ermöglichen. Die eigentliche Arbeit macht der Pilz. Wir geben Zeit, Wärme und Form.


Das Material und seine Eigenheiten: Haptik, Oberfläche und Schönheit

So entsteht ein Werkstoff, der sich nicht nur durch seine natürlichen Rohstoffe auszeichnet, sondern auch durch seine Eigenart: warm in der Oberfläche, unverwechselbar in der Struktur und von Natur aus vergänglich. Beim Anfassen des Materials, insbesondere der Myzelurne, fällt als Erstes die samtig weiche Oberfläche auf, die einzigartig ist.

Myzel kommt aus der Natur und ist kein Fremdkörper im Boden. Produkte aus Myzelmaterial halten sich, solange sie gebraucht werden – und können dann dorthin zurückkehren, wo sie ursprünglich herkommen.


Evig trägt diesen Gedanken in sich: ein Produkt aus dem Kreislauf der Natur, gemacht für den letzten Schritt im Kreislauf des Lebens.

Aber warum braucht es überhaupt Materialien aus Pilzmyzel, insbesondere in der Bestattungsbranche? Ist eine Urne aus Holz nicht genauso gut? Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, lest in unserem Blogbeitrag weiter: Nachhaltigkeit in der Bestattungsbranche.



Wenn ihr mehr über Myzelmaterialien wissen oder einmal eines direkt in der Hand halten wollt, meldet euch gerne bei uns. Wir sind immer wieder auf Messen vertreten und stellen euch das Wundermaterial Pilzmyzel vor. Außerdem gibt es großartige Plattformen und Multiplikator:innen zum Thema: den Mykologen Paul Stamets, Susanne Gløersen, Mitinitiatorin des „The Future Is Fungi Award", oder Marc Violo, der auf mycostories.com rund um Pilze schreibt. Wer sich allgemein für Pilze interessiert, sollte außerdem einen Blick in „Verwobenes Leben" (Entangled Life) von Merlin Sheldrake werfen.

Vielleicht schwappt ja etwas von unserer Begeisterung auf euch über. Bis dahin könnt ihr euch erste Eindrücke vom Material und von der Haptik auf unserer Website verschaffen und euch bei unserem Newsletter anmelden.


  • Fruchtkörper Pilz in der Natur
  • Fruchtkörper Pilz in der Natur

Dieser Beitrag wurde von unserem Team und nicht von der KI geschrieben. Uns ist es wichtig, dass unsere Inhalte authentisch und richtig sind. Dafür nehmen wir uns gerne die extra Zeit, denn wir wollen für euch die beste Qualität garantieren.



FAQ

Was ist eine Myzelurne?

Eine Myzelurne ist eine Urne, die nicht klassisch produziert, sondern aus Pilzmyzel gewachsen ist. Das Myzel – das wurzelähnliche Geflecht eines Pilzes – durchwächst ein natürliches Substrat und verbindet es zu einer festen Form.


Woraus besteht eine Evig-Urne genau?

Evig besteht aus Pilzmyzel und Hanfschäben, einem Reststoff aus der Hanffaserproduktion. Es werden keine Chemikalien, Klebstoffe oder künstlichen Zusatzstoffe verwendet.


Wie lange dauert es, bis eine Myzelurne fertig gewachsen ist?

Das Pilzmyzel durchwächst das Hanfsubstrat innerhalb von 5 bis 7 Tagen und bildet dabei eine feste Struktur. Anschließend wird das Material vollständig dehydriert, um das Wachstum zu stoppen.


Warum wird für Evig Hanf verwendet?

Evig nutzt somit Reststoffe aus der Hanfverarbeitung. Das schont Ressourcen und schließt bestehende Kreisläufe, statt neue Rohstoffe zu verbrauchen. Hanf wächst zudem schnell und bindet beim Wachstum CO₂.


Werden für die Produktion von Evig Chemikalien oder Klebstoffe verwendet?

Nein. Das Pilzmyzel verbindet die Fasern des Substrats von selbst zu einer stabilen Struktur – ganz ohne Chemie, Klebstoffe oder künstliche Zusätze.


Wie fühlt sich eine Myzelurne an?

Das Material hat eine samtig weiche, warme Oberfläche mit einer einzigartigen, natürlichen Struktur – spürbar anders als klassische Urnenmaterialien wie Holz, Keramik oder Bioplastik.





 
 
 

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